SV Pfrondorf – Anacondas (62:60)

Nach der unerwarteten Niederlage vergangene Woche gegen Rottweil traten die Herren 3 des TV Derendingen (aka Anacondas©) die Auswärtsreise in das 5 Kilometer entfernte Pfrondorf an. Ein Dorf mit Basketballmannschaft. Zugegeben, die Auswärtsdistanzen sind eine angenehme Abwechslung zur vorherigen Saison. Als Tabellenfünfter machen sich neun Riesenschlangen auf den Weg zum Tabellenachten mit gleicher Punktzahl.

Zum Spiel: Der gelbe Spielverlaufsbogen verrät eine ausgeglichene erste Halbzeit in der sich die Anacondas© auf dem Papier in beiden Vierteln behaupten konnten. Das erste Viertel wurde mit 14:15, das zweite mit 14:16 Punkten gewonnen. Damit berechnete sich eine dezente 28:31 Führung
für die Anacondas© als es zum Pausentee klingelte. In der Halbzeitpause ergänzte sich der Kader der Gäste auf den großen Positionen um zwei Köpfe – von nun an war der TVD also zu elft. Dennoch lagen die Anacondas© zahlentechnisch weit hinter den Gastgebern, die das halbe Dorf für das Derby geladen zu haben schienen. Pöbelnd und grölend standen die PfronDorfer Jungs hinter ihrer Mannschaft.

Die zweite Halbzeit begann jedoch gut für die unbeeindruckten Riesenschlangen. Wenn hier jemand versteht zu pöbeln, dann sie selbst. Nach drei Minuten im dritten Viertel hatten die Gäste eine entspannte 30:38 Führung herausgespielt und sorgten damit für Ruhe im PfronDorfer Fanblock. Der folgende Verlauf des Viertels war geprägt von starken Aktionen der Pfrondorfer und durchwachsenen Entscheidungen der Unparteiischen. Zunächst glichen die Gastgeber mithilfe von zwei Dreiern gegen die schwächelnde Zonenverteidigung der Anacondas© aus. Nach einem weiteren Korberfolg der Pfrondorfer griffen die Gäste zur Auszeit. Nach dieser zeigte sich keine Besserung, womit den Pfrondorfern in vier Minuten ein unglaublicher 19:3 run gelang (nein, ich habe mich nicht vertippt). Das ganze wurde gekrönt von einem technischen Foul gegen die Anacondas©. Leider hatten wir keine passenden Tabletten vorrätig um den verantwortlichen Schiedsrichter von seinen Halluzinationen zu befreien – unser Arzt hatte Dienst. Wie dem auch sei, in den verbleibenden zwei Minuten des Viertels blieben die Anacondas© ihrer Linie treu und punkteten noch 4/8 mal an der Freiwurflinie, während der Gastgeber die Führung mit weiteren neun Punkten ausbaute und sich ansehen durfte, wie sich ihre Gäste direkt noch ein technisches Foul gönnten. Damit ging das dritte Viertel mit einer katastrophalen Verteidigungsleistung der Anacondas© mit 30:14 verloren und zauberte einen 13 Punkte Rückstand (58:45) auf die Anzeigetafel. Herrliche Aussichten für das letzte Viertel.

Zieht man die Statistiken der vergangenen Partien der Anacondas© zu Rat bleibt nicht viel Hoffnung für einen Sieg. Die Riesenschlangen legten dennoch Kohle ins Feuer und heizten nach. Zunächst hielten die Gastgeber stark dagegen, eine Antwort blieben sie allerdings offen, als Riesenschlange Herbst zwei Dreier hintereinander zum 64:59 einstreute. Noch gut drei Minuten zu spielen – die Partie war wieder offen. Das Gespann der Unparteiischen bekannte sich, mit den zwei technischen Fouls im vergangenen Viertel, nun scheinbar selbst für Schuldig und pfiff nun auch wild gegen die Pfrondorfer, was die Anacondas© selbstverständlich schamlos ausnutzen. So verwandelte Herbst entgegen aller Erwartungen drei von drei Freiwürfen und brachte die Riesenschlangen auf drei Punkte ran. Angesteckt von den beispielhaften Freiwürfen versenkte auch Caliebe seine nächsten Zwei Freiwürfe und sorgte damit für eine 1-Punkt-Differenz in der letzten Minute. Die Pfrondorfer hatten beim erhöhten Druck der Anacondas© Schwierigkeiten den Ball ins Feld zu bekommen. Dennoch gelang es ihnen, die Führung nochmal auf vier Punkte auszubauen, womit auch ein letzter Dreier von Herbst nicht zum Ausgleich reichte, als die Schlusssirene (für unseren Geschmack deutlich zu früh, aber das ist eine andere Geschichte) die Partie für entschieden erklärte: 76:75. Die Anacondas© gewonnen das letzte Viertel mit 18:30.

Am Schluss zeigt sich wie schon so oft, dass drei gewonnene Viertel nicht zum Sieg reichen. Ein grottenschlechtes Viertel, heute das dritte, reicht aus um eine ansonsten solide Mannschaftsleistung komplett zu zerstören. Durch die heutige Niederlage wurden die Anacondas© in der Tabelle um drei Plätze nach hinten durchgereicht, haben also den Platz mit Pfrondorf getauscht und nehmen nun selbst den drittletzten Platz auf Rang 8 ein. Am kommenden Samstag steht die Begegnung mit Schramberg auf dem Zettel. Falls die Hinrunde wenigstens passabel abgeschlossen werden soll, ist ein Sieg in dieser Partie Pflicht. Dafür müssen die Anacondas© weiter an ihrer Zonenverteidigung arbeiten. Dabei reicht es nicht, wenn sich nur 50% im Training blicken lassen. Basketball ist ein Teamsport und als Team gewinnt und verliert man auch.