Anacondas – TV Rottenburg (80:48)

Die Herren 3 des TV Derendingen (aka Anacondas©®) haben den Einstieg in die Saison alles andere als gut erwischt und die ersten zwei Partien verloren. Dem heutigen Gast der Anacondas©, dem TV Rottenburg, war es ebenso ergangen, womit sich heute abzeichnen sollte, wer das Rumkrebsen im Tabellenkeller hinter sich wird lassen können. Die Derendinger nahmen ihre Aufgabe ernst, was sich in einem vollbesetzten Kader (bestückt mit drei Jugendspielern) äußerte. Die Gäste waren zu neunt angereist und Spielercoach Vogel der Anacondas© stufte die Begegnung als die bislang wichtigste der Saison ein.

Mit dezenter Verspätung wurde der Sprungball freigegeben und das Spiel begann mit großem Tempo und offenem Schlagabtausch, innerhalb dessen die Anacondas© zwar für die ersten Punkte sorgten, sich jedoch kurz darauf im 2:4 Rückstand sahen. Als die anfängliche Nervosität verflogen war konzentrierten sich die Gastgeber auf ihr Spiel, liefen ihre Systeme und kamen zu guten Abschlüssen, während die Rottenburger durch konzentrierte Verteidigungsleistung und konsequenter Help-Side Verteidigung am Punkten gehindert werden konnten. Zum Ende des ersten Viertels führten die Riesenschlangen verdient mit 22:10 Punkten.

Zu Beginn des zweiten Viertels begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe und hatten nach fünf gespielten Minuten 13 Punkte zwischen sich (30:17), als Coach Vogel zur Auszeit griff und die Riesenschlangen ermahnte, das Spiel nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und die Intensität wieder nach oben zu schrauben. Genau das taten die Derendinger und lieferten bis zum Ende des Viertels einen 13:4-Lauf ab. Bei einem Zwischenstand von 43:21 klingelte es also zum Pausentee.

Sowohl offensiv als auch defensiv kontrollierten die Riesenschlangen die Partie und das Gefühl machte sich breit, das Spiel bereits gewonnen zu haben. Genau davor warnte Anaconda Vogel abermals und stellte experimentierfreudig auf eine Zonenverteidigung um, zumal die Rottenburger bislang wenige ihrer Würfe verwandelt hatten. Die Gäste jedoch schienen genau auf diesen Moment gewartet zu haben und trafen drei Dreier in Folge. Auch unter dem Korb zeigten sich die Rottenburger von einer ganz anderen Seite und nach drei Minuten im dritten Viertel hatten die Gäste, nach ihrem 2:11-Lauf neun Punkte aufgeholt und lagen damit nur noch 13 Punkte zurück. Darauf reagierten die Riesenschlangen mit einer Auszeit und der Rückstellung von Zonen- auf Mannverteidigung. Die Gäste hatten jedoch Blut geleckt und sahen ihre Chance das Spiel zu drehen – die Partie wurde zweifellos intensiver und aggressiver. Zurück in der Mannverteidigung waren es jedoch besonders die Anacondas auf den kleinen Positionen, die das Leben des Rottenburger Aufbauspielers zur Hölle machten und das Spiel der Gäste damit wesentlich demolierten. Die Ausbeute der Gäste beschränkte sich über die verbleibenden sieben Minuten des Viertels auf ganze vier Punkte, während die disziplinierten Riesenschlangen wieder zur alten Linie zurückfanden und eine vorzeitige Entscheidung der Partie erzwangen (57:36).

Im letzten Viertel blieben die Anacondas experimentierfreudig und spielten eine Mischung aus Mann-, Zonen- und Pressverteidigung. Besonders über die Pressverteidigung gelang es den Spielaufbau des Gegners erneut zu stören, wenngleich die Presse qualitativ noch Luft nach oben zuließ. Dennoch konnten die Gastgeber an die überwiegende Leistung der bisherigen Partie anknüpfen und eine deutliche Entscheidung von 80:48 zu Papier bringen.

Die Riesenschlangen zeigten eine variable und größtenteils konzentrierte Verteidigungs- und Angriffsleistung. Auch die Jung-Anacondas überzeugten, mitunter durch zwei begangene unsportliche Fouls die über den bedingungslosen Einsatz für das Team keinen Zweifel offen lassen. Gelingt es den Anacondas in den folgenden Partien an die gezeigten Leistungen anzuschließen, werden sie das untere Viertel der Tabelle bald verlassen haben.