Anacondas – SV Holzgerlingen (67:61 n.V.)

Am Samstag trafen elf Basketballer des SV Holzgerlingen auf die Herren 3 des TV Derendingen (aka Anacondas®). Während sich die Derendinger mit drei Niederlagen aus vier Partien im unteren Tabellenviertel befanden, hatte sich der heutige Gast mit drei Siegen aus fünf Partieen in das Mittelfeld der Tabelle bugsiert. Die Riesenschlangen waren jedoch zuversichtlich, zumal ihre drei Niederlagen gegen Platz eins bis drei eingesteckt wurden – also kein Grund zur Panik. Selbstverständlich würde ein Sieg gegen Holzgerlingen dennoch für Entlastung sorgen.

Die Anacondas® konnten sich nach einer ausgeglichenen Anfangsphase gegen die Mannverteidigung der Gäste durchsetzen und über disziplinierte Systemläufe und konsequentes Fastbreakspiel für eine 18:11 Führung sorgen. Tatsächlich wirkten die Holzgerlinger nicht gefährlich, die Anacondas® hatten den Gast defensiv weitgehend im Griff.

Erfolgreich blieben die Riesenschlangen auch zu Beginn des zweiten Viertels, das sie mit einem 10:0 Run eröffneten und sich somit auf 26:11 absetzten. Eine sensible Linie der Schiedsrichter zeichnete sich früh ab, denn allein in diesem Viertel wurde das Spiel neun mal durch Freiwürfe unterbrochen. Die Gäste fanden ihren Rhythmus in dieser Phase und konnten den Rückstand bis zum Pausentee auf 37:23 ungefähr konstant halten.

In der Pause dattelten die Riesenschlangen herum und versäumten es, sich vernünftig aufzuwärmen, wenngleich sie sich doch eigentlich bewusst sein müssten, wie schwach sie häufig in das dritte Viertel starteten. Coach Vogel sprach genau das an und forderte sofortige Konzentration und Einsatz. Die Holzgerlinger reagierten auf das erfolgreiche Punktspiel der Anacondas® gegen ihre Mannverteidigung und stellten auf eine äußerst kompakte Zonenverteidigung um, die ihrem Namen gerecht wurde: die Zone wurde komplett dicht gemacht, während Würfe von außen zugelassen wurden. Damit zogen sie den Riesenschlangen buchstäblich beide Zähne und konnten die Punktausbeute der Gastgeber auf sechs (!) Punkte beschränken. Auch defensiv fehlte den Anacondas® der Wille, wohl auch durch die sensible Linie der Unparteiischen. Nach knapp zehn desaströsen Minuten stand es 43:46, als Anaconda Kahle seine Zähne offensichtlich wiederfand und seine Qualitäten als Quaterback unter Beweis stellte, indem er sich den Rebound fischte und den Ball binnen 20 Millisekunden auf den gegnerischen Korb feuerte und unter dem Dröhnen der ablaufenden Uhr astrein darin versenkte. Die größere Überraschung folgte jedoch erst darauf, als die Schiedsrichter den Korb als „nicht in der Zeit“ abstempelten und nicht zählen ließen.

Vor dem letzten Viertel lagen die Riesenschlangen also unverdient mit drei Punkten zurück. Sie taten es den Gästen gleich und stellten ihre Verteidigung auf eine bissige Zonenverteidigung um, womit die Punktausbeute der Gäste für dieses Viertel nun ebenfalls auf sechs Punkte reduziert werden konnte. Wenige Sekunden vor Viertelschluss war die Partie ausgeglichen (52:52) und die Riesenschlangen hatten einen letzten Angriff. Diesen spielten sie wie im Bilderbuch aus und kreierten einen hervorragenden freien Wurf für Junganaconda Wagner, doch leider ging der Wurf um Haaresbreite daneben, womit die Partie in eine fünf minütige Verlängerung ging.

Obwohl sich beide Teams jetzt gut kannten, begannen die ersten Minuten der Verlängerung vorsichtig. Die Strategie war beiderseits Fehler zu vermeiden und dem Gegner keine einfachen Punkte zu schenken. Als die Holzgerlinger jedoch einen Dreier und im folgenden Angriff zwei Freiwürfe trafen, waren die Anacondas® im Zugzwang: es galt fünf Punkte aufzuholen. Die Zone der Gäste war dicht und die Riesenschlangen mussten sich von jenseits der Dreierlinie beweisen, was ihnen bislang nicht gelungen ist. Doch gerade jetzt zeigten die Werfer Krause und Wagner Nerven und versenkten ihre Würfe im Netz. Mit drei Dreiern und einigen erfolgreichen Freiwürfen konnten die Gastgeber die Partie schließlich für sich entscheiden und in der Verlängerung einen nervenstarken 67:61 Sieg herausspielen.