SV Böblingen 3 – Anacondas (71:102)

Nach der selbstverschuldeten und unnötigen Niederlage am vergangenen Wochenende gegen Balingen stand heute das siebte Saisonspiel für die Herren 3 des TV Derendingen (aka Anacondas®) an. Mit zwei Siegen standen die Schlangen auf dem drittletzten Platz der Tabelle nicht gerade gut da, während Böblingen bereits drei Siege eingefahren hatte. Neun Riesenschlangen, sechs davon etatmäßige Center, reisten also in einer Audi-Kolonne in die Mercedes-Stadt. Vor dem Spiel räumte Anaconda Kahle bereits ein: die größentechnisch unterlegenen Gastgeber hatten den Tatoo-Wettbewerb souverän für sich entscheiden können.

Nach dem Anpfiff legten die Riesenschlangen großartig vor, behielten in der Offensive einen kühlen Kopf und kontrollierten die Bretter, womit sie den Coach der Böblinger in der sechsten Spielminute bei einem Zwischenstand von 4:12 zu einer Auszeit zwangen. Diese verfehlte ihre Wirkung nicht, denn nur zwei Minuten später stand es bereits wieder beinahe ausgeglichen (15:17). Bis zum Ende des ersten Viertels gelang es den Gästen jedoch den Vorsprung wieder auf 21:27 auszubauen.

Im zweiten Viertel zeigten sich die Anacondas® zunächst von ihrer besten Seite, ließen nur wenige Körbe zu und erspielten einfache Abschlüsse. Besonders Rookie Wagner fiel auf, der dem Gegner mit seiner Schnelligkeit und einem konsequenten Zug zum Korb mächtig Probleme machte. Nach acht Minuten im zweiten Viertel konnten die Riesenschlangen eine Bilanz von 6:19 Punkten verbuchen und sich deutlich auf 27:46 absetzen. Die letzten Minuten gehörten jedoch den Böblingern, die zunächst einen Dreier mit Bonusfreiwurf versenkten, anschließend einen weiteren Dreier einstreuten und zuletzt mit sechs Sekunden auf der Uhr einen dritten Wurf von jenseits der Dreierlinie zum 38:50 Halbzeitstand trafen. Beinahe identisch war die vergangene Partie verlaufen, als die Anacondas® kurz vor der Halbzeit haushoch führten und sich einen wilden Dreier einfingen.

Die heutige Partie sollte aber nicht genauso wie die letzte in einer Niederlage enden. Dementsprechend starteten die Gäste wieder mit ihrer Starting Five, die ihren Job bis zuletzt souverän erledigt hat. Böblingen war jedoch weit davon entfernt, das Spiel verloren zu geben und kam mit mehr Elan und Tempo auf das Feld als in der ersten Halbzeit. Die ersten drei Minuten des dritten Viertels verliefen ausgeglichen während derer die Riesenschlangen die Böblinger trotz eines weiteren Dreiers, besonders durch eine starke Phase von Besseler, auf Distanz halten konnten. Indem die Riesenschlangen jedoch bald wieder aufs Tempo drückten und die Intensität in der Verteidigung erhöhten konnten sie auch dieses Viertel mit 20:25 Punkten für sich entscheiden und für eine vorzeitige Entscheidung vor dem Schlussviertel sorgen (58:75).

Das letzte Viertel spielten die Riesenschlangen schließlich souverän aus. Nachdem Spielercoach Vogel im dritten Viertel bereits den Dreierfluch der Anacondas® beendet hatte, traf auch Guard/Flügel/Center/Coach/Shooter/Fastbreaker Kahle für drei Punkte. Zwei Minuten vor Schluss stand der Sieger längst fest, doch eine Frage blieb offen: wer wird die 100 Punkte Marke knacken und damit Verantwortlicher für den nächsten Kasten? Nach einem professionellen Angriff, während dem sich die Anacondas® den Ball ungewohnt passfreudig zuspielten und sich so in immer bessere Abschlusspositionen brachten, erbarmte sich schließlich Routinier Cue-Bär und sorgte mit einem Korbleger für die Punkte 99 und 100. Die Partie endete bei einem 71:102 Endstand mit dem hochverdienten dritten Saisonsieg für die Riesenschlangen, die ihren Rookie Wagner mit 23 Punkten als zweitbesten Scorer feierten.

Einstimmig stellten die Anacondas® nach der Partie fest, dass jeder Sieg in ihren Händen liegt. Genau wie heute, hätte man vergangene Woche gegen Balingen spielen müssen: trotz großer Führung nicht nachlassen und durchgehend weiter liefern. Mit dieser geradezu divinen und intellektuell hochwertigen Erkenntnis sollte es den Anacondas® zukünftig möglich sein auch weitere Partien für sich zu entscheiden und sich aus dem Tabellenkeller zu verabschieden.