SV Holzgerlingen – Anacondas (63:71)

Nachdem die Herren drei des TV Derendingen (aka Anacondas©) am vergangenen Wochenende den Tabellendritten aus Haiterbach besiegt hatten, galt es heute die Siegesserie von drei Spielen in Folge in Holzgerlingen auszubauen. Die Herausforderung war ernstzunehmen und im Fall eines Sieges lockte sogar ein Positionstausch in der Tabelle, da Holzgerlingen mit 14 Punkten auf dem fünften, während die Anacondas mit 12 Punkten direkt dahinter auf dem sechsten Platz lagen. Das Hinspiel in Tübingen hatten die Riesenschlangen dabei schon für sich entscheiden können, damals trennten sich die Konkurrenten nach einem engen Spiel 67:61. Die Aussichten auf einen erneuten Sieg gegen den SV Holzgerlingen waren jedoch alles andere rosig, zumal sich gerade einmal sechs Riesenschlangen auf den Weg in den Schönbuch machten.

Die Prämisse war entsprechend: Spaß haben bei mäßigen Ambitionen auf den Sieg. Getreu ihrem Vorhaben starteten die Anacondas auch direkt mit ihrer Spezialität in die Partie und legten mit zwei freien Korblegern nach Fastbreaks die ersten vier Punkte vor. Die Mann-Verteidigung der Riesenschlangen zeigte jedoch ungewohnte Schwächen auf, wodurch die Gastgeber mittels schlecht verteidigter Blöcke zu freien Würfen kamen. Folglich stand es wenige Minuten später auch schon 9:4 für die Holzgerlinger. Die Schlangen übernahmen die Führung noch einmal kurzzeitig (13:14 in der achten Minute), brachen dann aber unter einem hohen Tempo der Gastgeber zusammen. Scheinbar wurden die Kräfte gespart, wobei es bei dem kleinen Kader gleichermaßen galt Fouls zu vermeiden. Nach den ersten zehn Minuten stand es 23:16 für die Holzgerlinger.

Schlecht gespielt haben die Anacondas im ersten Viertel nicht, also setzten sie ihren bisherigen Stil fort und kreierten sich durch Systeme ihre Chancen. Nach vier verworfenen Freiwürfen in Folge war der Rückstand nach 14 gespielten Minuten dennoch auf neun Punkte herangewachsen, worauf die Riesenschlangen zur Auszeit griffen, mit dem Zweck durchzuschnaufen und auf Geheiß von Ersatzcoach Cue-Bär unmittelbar auf eine 3-2 Zonenverteidigung umzustellen. Mit dieser Verteidigungsform schien der Zahn der Holzgerlinger gezogen worden zu sein, denn die Ausbeute der Gastgeber betrug in den verbleibenden sechs Minuten nach der Auszeit nur noch einen Punkt, während die Anacondas weiterhin gelungene Aktionen kreierten und ihrerseits zwölf Punkte einstreuten. Zum Halbzeittee klingelte es nach dem 1:12 Lauf schließlich bei einem Zwischenstand von 31:33 Punkten. Die Partie war wieder offen.

In einem hitzigen dritten Viertel kämpfen beide Teams auf Augenhöhe. Die Anacondas aber konnten es schlussendlich mit ihrem vierten Dreier der Partie knapp für sich entscheiden. Vor dem Schlussviertel trennten die zwei Teams bei einem Spielstand von 48:53 gerade einmal fünf Punkte, viel zu wenig um sich zurückzulehnen und das Spiel durch Punkteverwaltung über die Bühne zu bringen.

Also legten die Riesenschlangen einen grandiosen Start in Form eines 0:9 Laufs in das letzte Viertel hin und zwangen den Gastgeber zu handeln. Doch die Holzgerlinger beschwerten sich häufig lautstark über Entscheidungen der Unparteiischen, womit sie sich ein erstes technisches Foul einhandelten. In dieser Situation absolut tödlich und den Anacondas natürlich mehr als gelegen, die ihre Chance nutzen und auf 14 Punkte abzogen. Abschreiben wollten die Gastgeber das Spiel noch nicht und so erhöhten sie die Intensität maßgeblich. Allein im letzten Viertel begangen die Holzgerlinger 13 Fouls (darunter zwei weitere technische und ein unsportliches). Mit acht verworfenen Freiwürfen am Stück verpassten die Gäste jedoch den Abstand weiter aufrecht zu halten. Er schrumpfte hingegen bis drei Minuten vor Schluss um die Hälfte, auf sieben Punkte, zum 55:62, zusammen. In dieser Spielphase erkannte Anaconda Krause seine athletische Überlegenheit im eins gegen eins. Der zuständige Holzgerlinger Verteidiger hatte maßgeblich Probleme und musste zusehen wie Krause das Spiel mit harten Zügen zum Korb für die Anacondas entschied. Bei einem 63:71 Endstand feierten die Riesenschlangen schließlich ihren vierten Sieg in Folge.